Wenn Zweisamkeit der erhellende, strahlende und auch mich erleuchtende Sommertag von Hitze und einem Aufbäumen jeglichen Lebens, wenn Zweisamkeit das Bejahen der vielen Tropfen, die sich zu einem großen, herrlichem Teich zusammenführen, wenn Zweisamkeit das Wachsen der jungen Pflanze im dichten Walde, wenn Zweisammkeit die innere Euphorie und die in Wallung bringende Wärme eines Kusses ist, was ist dann die Einsamkeit?
Die Einsamkeit ist die kühle Nacht, die in ihrer Schwärze verhüllt und schützt, eine Zeit, die jeglichem Leben Chance und Möglichkeit gibt, sich am Wegesrand des erschwerlichen Zielmarsches dem Spiel der feuchten Grashälmer an der Haut hinzugeben und einen Sternenhimmel zu betrachten, der selbst die innere Ruhe zum nötigen Schlafe anregt. Einsamkeit ist das Schwimmen im Teich, der aus den Tropfen der Zweisammkeit geformt wurde, und die Einsamkeit ist der zwingende andere Zustand der Pflanze, der, in der sie Zerstörung anstrebt. Die Einsamkeit ist die Wertschätzung des Kusses, die Aufwiegung von diesem in einer herrlichen Substanz jenseits von Gold, eine Konzentration all unserer Träume und der frischen, versprechenden Nachtluft. Die Einsamkeit schafft durch die Distanz zum Menschen die Situation, sich auf dem eigenen Gipfel begeben und in das eigene, gerne mal unfassbar tiefe Tal zu blicken. Sein eigenes Gesicht in der Pfütze zu sehen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen