Poetik für den Vorwand.

Mittwoch, 25. März 2015

Das Meer - Theater der Poesie: 2



Zwei Menschen. Und wie sie doch Wälle zwischen sich bauen mochten. Kälterer Wind wich dem warmen Seidentuch der Umgebung, doch war die Luft feucht, für manchen ein vollkommender Trunk. 

„Sie werden sich nie sehen können. Nur ihre verzweifelten Spiegelbilder, die lächerlich scheinen zu dem Winde, der in ihrem Inneren Bäume entreißen mag.“

„Wie sie sich ergreifen wollen, wie sie das Objekt sehen, wie sie nicht verstehen, dass das Band zwischen ihnen reißen wird, werden sie in entgegengesetzte Richtungen laufen.“
„Sind sie verloren? Ist die Musik denn schon vorbei?“

„Und wenn sie grausame Laute von sich geben mag?“

„Dann sollen sie zu ihnen tanzen! Ihre Ohren werden die richtige Form schon erraten!“
„Sie werden nicht verstehen und nicht vom Meer kosten, nicht ihre Münder füllen mit köstlichem Wasser, nein, sie werden einfach und erbärmlich rosten, und eine Schande für den Strand sein.“

„Sie müssen verschwinden, verdrängen sich selbst, ihr Sand ist abgelaufen!“

Und sie gingen. Ohne zu verstehen. Beide fühlten das Wasser nicht. Beide würden es nie fühlen. Sie werden verhungern; was haben sie, eine leere Flasche, wo bleibt ihr Wein? Zerschmettert längst das Gefäß, das einst noch Hoffnungen barg, dem hat man sich entsagt?
Hören sie nicht den Klang ihrer Stimmen?

Was mögen sie uns angehen! Uns in unserer wunderbaren Isolation! Wir schauen und wollen nicht geschaut werden; doch gerade das ist die Lüge! Wir wollen, sie seien uns Diener, sie seien uns Ergebene, sie seien uns Lehrlinge! Und wie mögen wir das erreichen, wenn wir für sie nichts sein mögen denn blasse, verkümmernde Blumen am Wegesrand?
Wir müssen uns unser selbst reinigen! Und vielleicht können wir irgendwann auf dem Berge leben, der, den wir doch so erstreben!

Und so mochte die Nacht fortschreiten.

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