Poetik für den Vorwand.

Montag, 13. Oktober 2014

Schrei

Ich wundere mich: Haben diese Gefährte schon immer die Lautstärke meiner inneren Wörter gehabt? Linear ziehen sie ihren weg, unterlegen dem, der sie steuert – ein schweres Gröllen, wie das Gewitter, das seit jeher in meinem Inneren tobt. Ein langer Kampf, der nur von Sekunden ist. Eine Intensität, die erschüttert und wachrückt. Sie schreien mit ihrem Freund, der Luft der Außenwelt, nach dem verlockendem, was dort lauert. Nach der Freiheit der Region. Nach der wertvollsten Form des Lebens. Sie schreien, und ich würde mitschreien, wäre ich nicht komplett erstarrt durch die pure Schönheit der Nacht. Wäre mein Mund nicht gebändigt durch die Sterne, die scheinbar wenige Meter vor meinem Gesicht umhertanzen, ihre Freiheit preisen. Ich würde springen und ihnen folgen. Doch ich weiß, dass ein Fenster, ein Gitter, sich davor befindet. Ich weiß, dass ich warten muss, bis ich dem Schrei folgen kann.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen