Der morgendliche Nebel schleicht umher, stiehlt, nimmt ein,
was einnehmbar ist. Er versteckt die Welt vor sich selber, blendet unser Auge
zum Schutze vor uns selbst. Er ist es, der uns schützt, uns reines Gewissen
beschert, er ist es, der uns in unserem kleinen Kosmos schweben lässt; ist er
ein Käfig? Der uns die Sicht versperrt, der uns die Sicht nimmt? Wir müssen ihn durchbrechen, diesen vermeintlich zarten,
leicht tänzelnden Nebel, der uns mit seinem feuchten Kuss in Sicherheit wiegt,
uns in unser Heim zurückkehren lässt, unsere Sicht blendet für Probleme der
Welt. Er trügt durch seine dezente Schönheit, die mit unhörbarem Schritt umher
tänzelt, die uns in Trance versetzt, benommen macht.
Doch kann man hinaus gehen, doch kann man ihn durchbrechen,
den Nebel des verkleinerten Kosmos. Man
kann ihn durchschlagen mit der bloßen Faust des geistigen Wollens, der Sehnsucht nach Freiheit und nach ewiger Liebe. Man
kann durch ihn hindurch rennen, man kann die bessere Welt hinter ihm erblicken;
denn sogleich man den Nebel durchschreitet, erfährt man die Wärme der unendlich
gütigen Sonne. Sobald man den Nebel durchschreitet, umspielen herrliche
Melodien das Ohr. Sobald man den Nebel durchschreitet, erfährt man die wahre
Güte und wippt im Rhythmus der Vollkommenheit. Denn sobald man den Nebel
durchschreitet, ist man frei.
Wer verweilen möchte in der Sicherheit seines Nebels, wer
sich nicht hinaus drängen möchte in die Kälte, um das Wunderbare zu erfahren,
der wird eingehen an seiner eigenen Seele und es nicht einmal bemerken. Wer
keinen Drang, keine Sehnsucht danach, den Nebel zu durchbrechen, verspürt,
dessen Hunger ist vergangen, dessen Löwe
ist verhungert. Dessen Ideale sind nur blasse Abbilder ihrer Selbst. Er
wird versinken in ewiger Belanglosigkeit. Vielleicht wird er die falsche Freude
verspüren. Die Freude, die einem vorgibt, Freude zu sein. Die Freude des
ewigen, materiellen Wollens, die Freude der Macht, der Versklavung der eigenen
Person. Er wird den Nebel als schützende Decke empfinden, eine Decke, die Wärme
spendet und Dränge der wahren Außenwelt
abhält, den eigenen Geist zu berühren, zu inspirieren, tanzen zu lassen.
Doch wer den Nebel durchbricht, wird Leben erleben.
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