Poetik für den Vorwand.

Sonntag, 6. September 2015

Thays I

thays
antike hallen, aus deinen haaren gestützt
der verbrannte acker hat seine fruchtbarkeit zurückgekauft
uns hat der unregelmäßige monsun genützt
schlamm an hornhaut, gegenseitig getauft

thays
so schwermütig ist der atlantik heute
so ungebremst trivial die götter-meute
sie sind neidisch auf unser nomaden-dasein
immerzu in unsere zeltplanen der umarmung hinein

thays
galaxie korsett um unsere körper geschlungen
jeder von uns gegenseitiger orbit
mit dunkler materie gerungen
und sie spielte am ende als kopfschmuck mit

thays
hier und da versagt das opernglas
wenn wir es zur flucht reizen, das maß
berührungen, über die schutzzonen hinweg
lass uns mit wärme kommunizieren, mein mund ist leck

thays
wanderung auf haarspitzen schon wieder
wir ringen die stahlsohlen nieder
nur noch barfuß können wir gehen
und uns nackt im feuchtem augenmerk sehen

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