in brasilien ist die welt
zuende, dort wo die mücken
schwirren um nackte glühbirnen
im still ersoffenen garten,
wasser das wie angst stehenbleibt
mit abertausenden, gewöhnlichen
warnlichtern
Donnerstag, 11. Januar 2018
in brasilien
kleine rundfahrt
müde dichter liegen wach
unterm leuchtenden nachthimmel;
und unberühmte liebende sind
nur in geschichten
oder wir.
diese toten haben keine
verwandten
lieber leben
in der endlosigkeit verbrennen
die lichter wie unsterbliche
auf dem schlachtfeld schreien
aus falschen gründen
im richtigen krieg
die bäume halten den
himmel (auf)?
wellenbrecher
ich flüchtete und kam verliebt
wieder in eine andere herkunft
wo das meer geköpft wurde von
jugendlichen in einer sommernacht
man steigt in den abgrund hinein;
eine selbstgemachte nacht mit
lichtern die wie schäumende
tropfen dein gesicht benetzen -
ein tag im januar
an kalten tagen wird
der himmel so leicht: man möchte
auf ihm laufen
die vögel die nackten bäume bekleiden
lassen bis sie zu früh abfallen
und wiederkehren -
es glüht die welt wie
unberührte glühen
jetzt ist gut
in diesem verlassenen versteck
wuchs ich nicht, sondern wurde
größer wie ein himmel
größer wird wenn er sich verdunkelt
und der rauch, die liebenden und
gottfried benn nach hause gehen
vogelfrei
aus dem fenster starre
ich wie ein natürlich
ersoffener vogel
die straßenlaternen leuchten
nicht bei unwetter
noch bei sommerhitze
hinter meinem rücken
mag die welt sein
vor mir ist
sie
zusatz:
ich wurde im exil geboren;
ich habe keine sünde begangen