Poetik für den Vorwand.

Samstag, 28. Oktober 2017

zwischendurch

das tote meer
schuf den himmel

schlafzimmer

man hofft auf eine vergangenheit
in dem raum mit blick
auf seitenstraße und
blüten ohne wurzel
und die verlobten
werden sich lieben

letzter satz

die blüten streifen den hals
der nacht und unsere
lippen sind die kompletten
wellen
die revolutionäre erinnern sich,
als seien sie selbst dabei
gewesen
niemals verschlafen in norwegen

die unabhängigkeit spaniens

wo die freien wachbleiben
um in die sterne zu starren
wo fragen genauso viel wert sind
wie antworten -
zwischen himmel und der
glitzernen, kichernden erde:
die einzige frau gibt es nur, wenn
es auch andere gibt -
da liegt nichts begraben weil es
nie jemanden stört

acht

die küssenden schweigen
dass jeder mensch ein deserteur
ist;
und ich höre ein paar zukünftige
schreiend und jubelnd
sich betten in der see -
ich sehe, dass hier die sonne schläft
und der mond zuhause
ist

russland

die reißzähne der erde wie zu
einem unwiederbringlichen,
ewigen kuss
der lippen des himmels
liegt auf
den schüssen der jahrhunderte
wie engel mit platzangst

früh

wir sind der blickfang in einem
meer ohne küste
wo hoffnungsvolle hinblicken, weil sie
hoffnungslos sind;
hier halten wir jedes wort geheim,
es ist wie zögernde küsse,
fragen, ob man jemanden lieben darf