Poetik für den Vorwand.

Montag, 28. März 2016

bettlacken

nasszellen
ein hocker unter
regenrillen
verstehe mich nicht falsch, panza
ich habe dir zwei bären aufgebunden
als schiffe schliefen, nasen ineinander
hier in spanischen steppen

(die mädchen im dorfinneren -
sie zupften meine wimpern)

flamenco tanze ich nicht
aber lesen kann ich die wolken
hier in spanischen steppen

hunde schlafen um die wette es
singen einzige bäume eine düne
fällt durch die tür
mit dem kopf durch die blätter
sternenwarte auf dem boden der
tatsachen

"lege die leiche zurück auf das messer"

gassenlauf

pferde reißen die
gewellten hintergründe es
fallen haut und haar über
schlecht geleimte besenkammern
halb getaut

warum vögel büsche rupfen
die ecken fallen zwei minuten vor
den gezeiten
es beulen sich erdbälle nur noch wie
deine stirn energie wäre nur verloren
gäbe es grammophone derer wörter
wie sonnenhenkel unter tischen gehandelt werden
(mutter dabei immer mit einem finger
vor ihrem mund)

Sonntag, 27. März 2016

osterabend

es treibt sich die herde an worthülsen, der
diese und jene mit stöckern schlägt als seien
ohrenläppchen verfallene gutscheine aus brennenden
lampions gesprungene tanzteufel hängen um deinen
hals
(die resolution über das veto recht wurde
ausgeklammert)
auch der mann mit ausatmenden krawatten konnte
nicht bestimmen: woher kommt das pfeifen in der ecke
während unserer reisen, die kühltruhe, auf der wir liegen?

Samstag, 26. März 2016

nicht jena


es taumelt nasser sack fang einer
taumelnen dekade tanzpartner ohne
visier
und hinter den nackten ästen ihm frühling
erbarmungslos ein fetzen himmel aufgeschossen
ein errektierter pfeil markiert das ende der
schiffsspitze
zwei bis drei schlafen schon, der rest wacht
einer der glühbirnen schluckt in der mitte
der berglandschaft
seine füße fluten das dorf
an meinen augengliedern hinab
steigt eine verflossene sonne in das tal
als wolle sie sich vom ertrinken ausruhen
wir bieten ihr ein schlafgemach unter knarzenen
decken an (vielleicht vier personen in einem zimmer)


Freitag, 25. März 2016

Epigramm an G.W.F. Hegel

"hach, er lebt in unseren herzen weiter!"

falsche helme


der sonnen knie: die borsten der erde
machen den filmriss versunkener bäume
als stünden kinder mit armschienen mit
breiter brust unter schlaffen hellen ulmen
flossen ziehen das boot unter zerknitterten
himmeln die von kaffeeflecken überdeckt sind
der marshallplan überlaufen von uniformierten
flüchtlingen einer zog die reißlinie eines regen-
tropfen hinunter zu den gefalteten füßen

keiner dieser schaufensterpuppen hatte je
hunde in hong kong bellen hören


Donnerstag, 24. März 2016

revolution hier, homerisches gelächter

es legt sich an die brust:
ein dampfboot erstickt an dem schwall
eine vogelbande hebt das meer aus den angeln
was hand und fuß hat, verliert den kopf -
und an die brust damit:
nackte körper versengen in teichen sie
reißen den schopf es dreht sich das abendkleid
der nacht diesmal nur ohne korsett das
wie stoßzähne das dach zusammenhielt -
und zerrissen an der brust!
zu frei für den tod, wer zepter kritisiert
der läuft mit gehstock, einem ast gebrochen