Poetik für den Vorwand.

Dienstag, 1. Mai 2018

pierre besuchow

meine unbekannte helene
kriegsgefangene, dienstverweigerin
gott hat den ballast abgeworfen
ich bin niemandem etwas schuldig,
ich begrabe mich jede nacht
natascha, wenn im himmel weder tag
noch nacht ist,
darf man dann hoffen?

hochleben

der letzte tag ist der
gleiche tag
die lichter sind tote geister,
oder der moment, in dem
ich dir den mund
zuhielt
die zeit vergeht auch ohne mich
nur mit mir tut sie das
schneller

analogie

in einem unwetter
habe ich das mitleid
zu mir selbst
verloren

einmal darf

man sitzt am rande
hinter einem nichts, vor einem
alles und man fragt sich:
ist man zuhause?
bleibt der himmel tod?
fängt es an zu regnen
wenn du sprichst?
ich habe burgen gesehen
und nie berge

weißer zunder

verbrennst mir die zunge
in einer weißen frühlingsnacht
hast das rauschen schon von weitem
gesehen und
bleibst unter der erde
du warst auf einem porträt in new york
bevor du gelebt hast
jetzt hast du noch nie
nürnberg gesehen

auch wieder

in deiner vorstellung
schaut die welt von außen zu
es darf nicht um mich gehen
wir alle nur köche auf der
expedition, hast du dir einen
vater erfunden?
südafrika nie gewesen, nach
portugal zu fuß

Donnerstag, 26. April 2018

verstanden

den tag ersaufen
und mit fremden
nicht zu tanzen
dazu fehlt es mir an
mut nicht an
mut