Poetik für den Vorwand.

Freitag, 5. Mai 2017

ohne pardon

musik ist nichtssagend, darum schweigen wir für sie

trinkgeld

kalte sterne leben
länger was blutverwandt
ist steckt nicht immer unter
einer decke
- mit der wand durch den kopf
sind wir frei, entrümpeltes
himmelsgewölbe, die zukunft ist am
nützlichsten wenn sie schon vorbei
ist

einwand

warum gibt es himmel und erde?
wäre es nicht einfacher, wir könnten
atmen?

kaufmannskost

nicht immer ist himmel
neidisch auf erde manchmal
nimmt sich die zeit vorweg sie
altert
flussquellen versinken, nicht lassen
ohne vokale ist auch noch kein
wort

olympik

die nacht ergraut
am tag
der tod altert nicht, sein
leben schon
der rücken der erde
ächzt er trägt die regentropfen
schwerer als die landmassen

Mittwoch, 26. April 2017

rhetorische frage

das universum flüstert, es flüstert
jedes beleuchtete fenster in
der nacht ist reklame, ist reklamiert
das erkennen der abhängigkeit ist schon
deren lösung, sagt
der greis stirbt er denn mehr
als sonst wer?

an nietzsche

die zeit ist selbstverliebt:
sie liebt sich nicht selbst
wie das meer die wellen
abstößt
wie der liebende gott
uns einen todeskuss
gibt

schreibe liebesgedichte an dich selbst;
sie bleiben unbeantwortet